Anspiel K&Q 12.4.2001 "Wohin sonst?"
1. Szene
Flotte Musik zum Joggen ertönt. Zwei Jogger kommen zur Tür hinein und laden durch
entsprechende Bewegungen zum Mitmachen ein. Fünf vorher Einggeweihte lassen sich
animieren und laufen mit begeistertem Gesicht mit den beiden wieder nach draußen.
Auf dem Overheadprojektor wird eingeblendet: Jesus forderte einen auf: "Geh
mit mir!" (Lukas 9,59)
2. Szene
Auf dem Overheadprojektor wird eingeblendet: Eine Viertelstunde später
Die Jogger kommen wieder unter Musik von draußen. Sie laufen nach vorne und ruhen sich
aus.
1. Jogger: (zum 2. Jogger) Es klingt vielleicht blöd, wenn ich dich das frage, aber...
2. Jogger: Frag nur.
1. Jogger: Sag mal, was machen wir da überhaupt?
2. Jogger: (schaut ihn an, als ob er von einem anderen Stern wäre)
1. Jogger: Ich weiß, es klingt blöd. Aber ich möchte trotzdem wissen, was wir da
eigentlich machen.
2. Jogger: Na laufen, was denn sonst.
1. Jogger: Das ist mir schon klar. Aber warum machen wir das eigentlich?
2. Jogger: Warum? Tut doch gut, so ein bißchen Bewegung, oder?
1. Jogger: Ja, ja, das ist mir alles schon klar. Aber wohin geht es denn überhaupt?
2. Jogger: Wohin? Vielleicht ein Rundweg. Paß auf, in einer Stunde sind wir Zuhause.
1. Jogger: Ich weiß nicht. Der Weg scheint mir immer weiter weg zu führen.
2. Jogger: Na und. Gefällt dir der Weg nicht?
1. Jogger: Doch, schon. Ich möchte eigentlich doch ganz gerne wissen, wohin es geht.
2. Jogger: Ist mir eigentlich egal. Hauptsache, es macht Spaß. Kommt ein bißchen ins
Schwitzen. Der Weg ist das Ziel.
1. Jogger: Das klingt mir zu philosophisch. (wendet sich an die anderen Jogger) Sagt mal,
warum läuft ihr eigentlich mit? Wißt ihr, wohin es geht?
3. Jogger: (verlegen) Eigentlich nicht. Ich habe mich auf meinen Vordermann (wendet sich
zum 4. Jogger) verlassen. Den kenne ich schon seit Jahren. Der weiß bestimmt, wo es
hingeht. Stimmt doch, oder?
4. Jogger: Wo es hingeht? Keine Ahnung!
3. Jogger: ja, und wieso läufst du dann mit?
4. Jogger: (deutet auf die 5. Joggerin) na, wegen der. Die gefällt mir, weißt schon. Wo
die hingeht, da gehe ich auch hin, ist doch klar.
1. Jogger: Wißt ihr, ich habe einen dumpfen Verdacht. Kein einziger weiß, wohin es
eigentlich geht.
5. Joggerin: Irgendwie gehst du mir auf die Nerven mit deiner Fragerei. Ist doch egal,
wohin es geht. Verdirb uns nicht die gute Laune. Riech doch mal die gute Waldluft. Und
hör mal, wie schön die Vögel zwitschern.
1.Jogger: Hab ich es mir doch gedacht. Keiner weiß es.
2. Jogger: Frag doch mal die da vorne. Der werden doch wissen, wohin es geht.
1. Jogger. Ist eigentlich anzunehmen. (wendet sich an die beiden Jogger vorne) He, ihr
zwei, wohin geht's denn eigentlich?
Die beiden Jogger (Nummer 6 und 7) deuten auf den auf Overhead eingeblendete Text. Mit
aller Kraft laufe ich darauf zu, um den Siegespreis zu gewinnen, das Leben in Gottes
ewiger Herrlichkeit (Philipper 3,14)
6. Jogger: Das ist unser Ziel
1. Jogger: Aha, jetzt weiß ich mehr.
7. Jogger: Die Pause ist zu Ende.
2. Jogger: Endlich wieder laufen.
3. Jogger: Weiter geht's.
4. Jogger: Wenn nur die da vorne mitläuft...
5. Joggerin: Diese herrliche Waldluft!
Die Jogger verlassen den Raum wieder.
3. Szene
Die Jogger laufen wieder ein - diesmal ohne Musik. Auf Overhead sieht man: Zwei
Stunden später
2. Jogger: Ist doch Wahnsinn! Fast zwei Stunden ohne Pause. Außerdem tut mir mein Bein
weh.
5. Joggerin: Und dann dieser schreckliche Weg. Einmal wäre ich fast über einen Ast
gestolpert. Und die Vögel zwitschern auch nicht mehr so schön... Ich geh wieder heim.
Wer weiß, wie lange das noch dauert.
4. Jogger: Ich geh mit dir. Ich kann dich doch nicht alleine lassen.
3.Jogger: Dann geh ich auch mit.
2. Jogger: Wartet auf mich. Ich glaube, das ist doch kein Rundweg. Ich geh auch wieder
nach hause. (Zum 1. Jogger) Und was ist mit dir?
1. Jogger: Ich bleib bei den beiden. Für das Ziel nehme ich alles in kauf.
2. Jogger: Wie du meinst. Wir gehen.
(Jogger 2 bis 5 setzen sich wieder auf ihre alten Plätze. Jogger 1, 6 und 7 laufen
weiter. Auf Overhead wird eingeblendet: Viele wandten sich von Jesus ab und gingen
nicht mehr mit ihm. Da fragte Jesus auch seine zwölf Jünger: "Wollt ihr auch
weggehen und mich verlassen? "Herr, zu wem sollen wir denn gehen?" antwortete
Simon Petrus. "Nur deine Worte bringen ewiges Leben."
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